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Friedrich Preller d.J.: Ostseeküste auf der Insel Vilm, 1888
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Zaghaft nur und fast unbemerkt versucht
der neue Tag den Dunst über der nahen Insel Rügen zu
durchdringen, und langsam beginnt das Licht des noch jungen
Frühlingstages auf die alten ehrwürdigen Eichen zu fallen, die
einst die Romantiker schauten und malten, hier auf dem kleinen
einsamen Eiland nahe Rügen - auf dem Vilm.
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Die ersten
Sonnenstrahlen vertreiben die Tautropfen auf den
tausenden von Buschwindröschen, um den alten Wald
schließlich mit einem jungen leuchtend weißen Teppich
aus Blüten zu überziehen. In diesen hellen und
fröhlichen Klang der Sinne, stimmen hunderte
jubilierender Vögel ein - ein Augenblick, der lange
noch ein Trost, eine innere Ruhe und Freude sein wird -
lange noch, wenn ich schon längst wieder drüben auf dem
Festland sein werde ...

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Der Vilm, eine
kleine Insel im Schatten ihrer großen Schwester Rügen,
war schon immer ein besonderer Ort, ob zu Zeiten der
slawischen Rügenfürsten, als Lebensort für
mittelalterliche Mönche, als Kindheitsort des Wilhelm
Malte Fürsten zu Putbus, ob als Naturschutzgebiet
oder Gästeheim für Staatsfunktionäre der DDR. Heute
befindet sich hier eine Außenstelle des Bundesamtes für
Naturschutz mit der Internationalen Naturschutzakademie.
Die Unzugänglichkeit des Ortes über Jahrhunderte hinweg
hat uns eine einzigartige und ursprüngliche Natur
hinterlassen. Der Reiz der Landschaft zog nicht zuletzt
viele Maler in ihren Bann (Preller, Carus, Friedrich).
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Carl Gustav Carus, Alte Eiche auf dem Vilm, 1820
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Caspar David Friedrich, Landschaft mit Regenbogen
um, 1810
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Wer einen Besuch auf dem Vilm
plant, muss sich einigen grundsätzlichen Regeln
unterwerfen. Der Besuch der Insel ist täglich nur einer
bestimmten Anzahl von Personen gestattet. Diese müssen
von Lauterbach aus mit dem kleinen Schiff "Julchen"
übersetzen (telefonische Anmeldung wird empfohlen). Auf
der Insel selbst findet eine ca. 90 min dauernde Führung
statt, bei der man den Rundweg der Insel entlang
wandert. Danach erfolgt die Rückfahrt nach Lauterbach.
Es gilt strengster Naturschutz, d.h. einzig der Rundweg
darf betreten werden. Durch diese strengen
Reglementierungen hofft man, die einzigartige Natur für
viele folgende Generationen erhalten zu können. Ein
illegales Betreten oder Anlanden auf der Insel wird
durch die auf der Insel lebenden Naturschützer schnell
erkannt und dürfte einige Konsequenzen haben. |
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