Im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gastierte die junge Geigerin am vergangenen Wochenende im Atelier Otto Niemeyer-Holstein in Lüttenort. Der Abend stand unter dem Titel „Der Maler und die Musik“ und begann mit einem unterhaltsamen und interessanten Gespräch zwischen Museumsleiterin Franka Keil und dem Maler und Schriftsteller Matthias Wegehaupt. Besser hätte man sich wohl kaum auf das wunderbare Spiel der jungen Geigerin CHRISTINA BRABETZ einstimmen können. Das Gespräch und besonders die persönlichen Eindrücke Wegehaupts, der oft in Lüttenort beim Käpten (Otto Niemeyer-Holstein) zu Gast war, offenbarten den Geist von Lüttenort, jene Mischung aus Rückzug und Ruhe, Offenheit und gegen den Strom Sein, Genuss und Freude , die Lüttenort ausmachte und noch heute ausmacht und welche ganz wesentlich durch eine enge Symbiose aus Natur, Musik und Malerei lebt. Niemeyer-Holstein wäre begeistert gewesen von der jungen und schönen Christina Brabetz, die in einem langen roten Kleid die Bühne der Neuen Galerie in Lüttenort betrat und dann mit jugendlicher Frische, Hingabe und Virtuosität das Publikum verzauberte, sie hätte ihn inspiriert, jene Musik in seine Bilder gebracht, von der Wegehaupt zuvor sprach und vielleicht hätte er sie gemalt in diesem Rot mit der Geige, hätte er sie in seinem Lüttenort erleben dürfen. War doch die Musik eine der schöpferischen Quellen für die Malerei Otto Niemeyer-Holsteins und war sie doch über Jahrzehnte sein ständiger Begleiter in Lüttenort. Wegehaupt wusste im Gespräch mit Franka keil zu berichten, dass die Familien Wegehaupt und Niemeyer-Holstein eben nicht nur die Malerei, sondern auch die Musik verband. Die wöchentlichen Musizierstunden in Lüttenort sind ebenso wie die Tatsache, dass bei der Mutter Wegehaupts Gesangsunterricht nahm Ausdruck dieses Nebeneinander von Malerei und Musik. In diesem Unterricht habe er viel für die Malerei gelernt habe Niemeyer-Holstein einmal sinngemäß über den Gesangsunterricht gesagt. Der Flügel übrigens, der den Musizierstunden hilfreich zur Seite stand steht noch heute in der Neuen Galerie in Lüttenort und Wegehaupt über diesen wichtigen Begleiter: „Otto Niemeyer-Holsteins Flügel steht jetzt dort, früher im Atelier, leider hat er ein Flügelleiden, daher taugt er nicht heute Abend für die Begleitung der Künstlerin“. Uns so war es eine abwechslungsreiche und interessante Einstimmung, ganz im Sinne der Worte Otto Niemeyer-Holsteins „Ein Bild ist wie ein Lied“ auf die wunderbare Musik von Christina Barbetz. Die in Namibia geborene Geigerin brachte dem Publikum Tartinis „Teufelstrillersonate“, L. v. Beethovens Sonate D-Dur für Violine und Klavier op. 12/1, J. Brahms Sonate Nr. 3 d-Moll für Violine und Klavier op. 108, Krampes „Der Dichter spricht“ und von C. Saint-Saëns: Introduction et Rondo capriccioso a-Moll op. 28 für Violine und Klavier zu Gehör. Brabetz begann im Alter von 5 Jahren mit dem Geigenspiel und gewann im August 2010 in der Hamburger Laeiszhalle den hoch-dotierten TONALi GRAND PRIX unter der Ehrenpräsidentschaft Christoph Eschenbachs. Ihr einfühlsames Geigenspiel, dem man die Begeisterung der Künstlerin für jeden einzelnen Ton anmerkte, fesselte die Zuhörer in Lüttenort vom ersten Stück an und nach dem interessanten Gespräch zwischen Franka Keil und dem Maler und Schriftsteller Matthias Wegehaupt und einem Spaziergang durch den sonnigen Garten von Lüttenort in der Pause war der Genuss für die Gäste des Abends sicher ein ganz besonderer.