Bei Neverow auf der Insel Usedom hat sich auf einem Getreideacker die Erde aufgetan. Kaum zu glauben, was sich hier dem Wanderer für ein Bild bietet. In einem sanften Hügel im Usedomer Hinterland findet sich ein längliches, wie ausgespültes Loch von etwa 30 Meter Länge, 5 Meter Breite und bis zu 4 Meter Tiefe. Unterhalb hat sich ein See mit einem kleinen Sandstrand gebildet, den es hier zuvor nicht gab, so berichten Anwohner. Das Wasser hat offensichtlich zu unterirdischen Ausspülungen geführt und irgendwann ist die Stabilität verloren gegangen. Erhebliche Niederschlagsmengen am Ende des Winters könnten die Ursache sein. Experten werden nun untersuchen, was zu diesem Naturschauspiel geführt hat. Imposant sind die bizarren Gebilde, die das Wasser in die lehmige Wand des kleinen Canyons gespült hat. Dass auch sonst die Küstenlandschaft der Insel Usedom in ständiger Bewegung ist, dürfte allgemein bekannt sein. Steilküstenabschnitte an der Ostsee und dem Achterwasser sind Wind, Wasser und Sturm ausgesetzt und daher in ständiger Bewegung. Am Peenemünder Haken hingegen spült die Ostsee den aus Osten kommenden Sand wieder an und es entsteht ein einzigartiges Windwatt. Vielerorts sind auch heute noch die Steilküsten der alten Inselkerne zu erkennen, so z.B. im Bereich des Zinnowitzer Friedhofes.