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Er war als Kind auf Usedom ...

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+++ 02. April 2011, Zinnowitz   +++

Gefragt woher er denn so gut deutsch könne, antwortete der sympathische Jaroslav Rudiš, dass er als Kind und Jugendlicher oftmals in den Ferien mit seinen Eltern auf Usedom war. Der Tschechische Autor las in Zinnowitz am vergangenen Donnerstag aus seinem „Grandhotel“, einem amüsanten und unterhaltsamen Roman, der den Alltag in der tschechischen Provinz mit grotesken Geschichten und witzigen Figuren auf die Schippe nimmt und dabei seine Faszination für die gemeinsame Geschichte Deutschlands und Tschechiens offenbart. Die von ihm gelesenen Kapitel „Alois Schräg“ und „Das Museum des Ostblocks“ machten Lust auf das ganze Buch und standen in einem vermutlich nicht für jeden der Zuhörer einfach zu ertragenen Gegensatz zu Radka Denemarkovás Roman „Ein herrlicher Flecken Erde“.  Die Schriftstellerin las, sich abwechselnd mit Rudiš aus ihrem gefühlvollen, leisen und ergreifenden Werk, das die Geschichte einer jungen Deutschen erzählt, die im Nationalsozialismus erfährt Jüdin zu sein und als einzige ihrer Familie dort überlebte, zurück in ihr Haus kommt und hier Fremde vorfindet, die am Tisch ihrer nicht mehr existierenden Familie sitzen und aus deren Suppenschüsseln löffeln. Und schon ist sie da, die neue Gefahr, nicht mehr die Nazis trachten dort nach ihrem leben, Tschechen, die im Haus ihrer Eltern leben, wollen sich ihrer entledigen. Denemarková schafft es wie kaum eine Literatin der Gegenwart diese Bedrohung, diesen Wahnsinn, den Wandel von Opfer und Täter, der sich bis in die heutige Zeit ertreckt mit Worten so unter die Haut zu bringen, dass man glaubt mit der Heldin des Romans gemeinsam durch die körperlichen und seelischen Höllen des Krieges und der Zeiten danach zu gehen. Subtiler können Worte wohl kaum aneinander gereiht werden und so zum Nachdenken über Vergangenes und Heutiges anregen, ja zwingen. Eine großartige Übersetzerin Eva Profousová, die übrigens die Lesung zu den Usedomer Literaturtagen moderierte, gab das Ihrige hinzu. Beiden wird am morgigen Sonntag zur Abschlussveranstaltung der Usedomer Literaturtage der erste Usedomer Literaturpreis verliehen.
 Wer „Ein herrlicher Flecken Erde“ liest, der kann sich ersparen, sich durch Geschichtsbücher und Abhandlungen über den Nationalsozialismus und die anschließende Vertreibung der Völker Europas zu quälen, der hat die Zeit verinnerlicht, erlebt und mitgenommen in sein Inneres. Die eindringliche und bildhafte Sprache von Radka Denemarková vermag genau Das zu vollbringen.

Jarosloav Rudis
Eva Profousová
Radka Denemarková
Usedomer Literaturtage
Usedomer Literaturtage Radka Denemarková
Jarosloav Rudis
Radka Denemarková Radka Denemarková
Radka Denemarková

Die Usedomer Literaturtage finden noch bis zum 3. April 2011 statt.

Text und Fotos: Gründling, usedomfotos
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