Die Modetage auf Usedom sorgten am vergangenen Wochenende für bunte Farbtupfer auf der Insel, passend zur Herbstfärbung des Laubes. Dass mit Naturfarben eingefärbte Stoffe mittlerweile auch Einzug in die Glamourwelt der Mode gehalten haben, konnten am Samstagabend die Gäste der Fashion-Show-Night im Forum Usedom Seebad Heringsdorf bewundern.
Andrej Subarew, der künstlerische Leiter von Usedom Baltic Fashion, zeigte bei der Show ein von ihm designtes Abendkleid, das demnächst von der Moderatorin des Schweizer Medienballes in Zürich getragen wird. Das Besondere daran ist, dass die verwendeten roten und grünen Stoffe mit Naturmaterialien gefärbt wurden. Damit versuchen die Macher von Usedom Baltic Fashion eine weitere Facette des Modemarktes zu besetzen. So widmete sich am Wochenende erstmals ein Showroom, der im Parkhotel Bansin eingerichtet war, der Designer-Ökomode.
Ansonsten bot die Fashion-Show-Night, mit der die Veranstalter erstmals den Laufsteg aus dem Kaiserbädersaal hinaus in das Foyer verlegten, ein ebenso buntes Bild wie der Herbstwald draußen. Dass auch Volkstümliches das Zeug hat, den Laufsteg zu erobern, stellte Tanja Gall mit ihrer Kollektion „Gottseidank“ unter Beweis. Sie besteht aus Design-Dirndln, die keineswegs alt und verstaubt daher kommen, sondern chic und extravagant.
Von Bayern in die Wüste war es nur ein kurzer Weg. Denn nach Tanja Gall folgte die Ahlbeckerin Magdalena Buchalow mit ihrer Kollektion "Die Wüstenblume". Wie ein sich leicht drehender Wind zieht sich eine S-Linie durch jedes ihrer Stoffmuster. Dabei dominieren die Farben Weiß, Elfenbein und Brokatbraun. Mit Katrin Sergejew stellte sich anschließend eine weitere Preisträgerin des Baltic Fashion Awards vor. Sie zeigte ihre Preisträger-Kollektion „Atemlos“ von 2007, in der sie Leder auf innovative Art und Weise verarbeitete.
Neben Subarew zeigten auch Stefan Reinberger und Andreas Trommler feine Abendroben aus hochwertigen Materialien. Zu den vielen prominenten Kundinnen Reinbergers zählt die Sängerin Jennifer Rush. Trommler wiederum setzt in seinem Leipziger Atelier auf die Farbe Schwarz und bei seiner aktuellen Kollektion zudem auf Plauener Spitze. Die habe zu Unrecht ein schlechtes Image, wie er mit seinen Outfits bestätigte.