Zu einer guten Tradition sind die Weihnachtskonzerte im ehemaligen Heringsdorfer Kursaal auf der Insel Usedom geworden. Nach Justus Frantz im Vorjahr gastierte am diesjährigen ersten Weihnachtsfeiertag das Beethoven-Duo mit einem speziellen Wunschkonzert. Das mit großen Vorschusslorbeeren angekündigte Klassik-Duo, hielt was das Urteil seines Lehrers Marcello Abbado versprach: „Das Beethoven-Duo kreiert eine magische Atmosphäre“. Der Maestro hält das Duo für eines der besten, das er je gehört hat.
Wie die stellvertretende Kurdirektorin Dr. Karin Lehmann bei ihrer Begrüßung verriet, konnten die Besucher des Heringsdorfer Konzertes, die ihre Karten im Vorverkauf erworben hatten, aus verschiedenen Programmpunkten, die Alina Kabanova (Klavier) und Fjodor Elesin (Cello) in ihrem Repertoire haben, auswählen. Heraus kam ein anspruchsvolles Programm, das – Nomen est Omen – mit Ludwig van Beethoven begann. Dessen 7 Variationen über das Thema „Bei Männer, welche Liebe fühlen“ aus Mozarts Zauberflöte machten den Anfang. Nach diesem regelrechten Warm-up folgte die anspruchsvolle Sonate in g-moll Op. 19 von Sergei Rachmaninow. Wie der Agent des Duos, Majid Montazer, in der folgenden Pause berichtete, hat das ukrainisch-russische Künstlerpaar das Klavier-Stück von Rachmaninow selbst für Cello und Klavier bearbeitet.
Im zweiten Teil konnten die knapp 200 Konzertbesucher die Sonata in G Minor, Op. 5, No. 2 sowie den „Winter“ aus Pjotr Tschaikowskis „Die Vierjahreszeiten“ genießen. Als Zugabe servierten die Absolventen des „Instituto Internacional de Música de Cámara de Madrid“ ein Stück von Dmitri Schostakowitsch. Dafür erntete das junge Musikerpaar, das mit seinem zweijährigen Sohn in Hamburg lebt, Standing Ovations eines dankbaren Wünsch-Dir-Was-Publikums. Schließlich hat Weihnachten auch was mit Wünschen zu tun, wie Karin Lehmann eingangs nicht von ungefähr meinte.