Danzig war die letzte Station der "Lebensreisen entlang der Ostseeküste". Unter dem Motto "Danzig. Stadt der Mythen, Stadt der Träume" klangen die Usedomer Literaturtage im Bansiner Hans-Werner-Richter-Haus aus. Wie überall bei diesen ersten Usedomer Literaturtagen, war auch bei der Lesung zu Danzig kein einziger Platz frei. Mit Stefan Chwin, 1949 in Gdansk geboren, war ein bedeutender Schrifsteller der polnischen Literatur der Gegenwart nach Bansin gekommen. Peter Oliver Loew, Historiker und Übersetzer führte durch den Abend, Winfried Liepscher übersetzte für die polnischen Gäste ins Polnische, Renate Schmidgall, die literarische Übersetzerin von Chwin las aus "Tod in Danzig"(Originaltitel "Hanemann"), nachdem der Autor selbst zuvor aus dem polnischen Original vorgelesen hatte. Und dann war da noch Jacek Dehnel, der junge Autor, 1980 auch in Gdansk geboren, der mit "Lala" einen auch bereits in deutscher Sprache erschienenen preisgekrönten Roman herausbrachte, der so erstaunlich wie aufrichtig und witzig die Geschichte mehrerer Generationen erzählt und sich dabei auf intellegente Art und Weise des Dialoges mit seiner Großmutter bedient. Ach er las in polnischer Sprache Passagen aus seinem Roman und Renate Schmidgall folgte mit der deutschen Übersetzung. Ein ehrgeiziges Projekt - eine zweisprachige Lesung, interessant, inspirierend und kurzweilig zugleich. Im Kontrast zu den beiden vorgestellten Romanen mit den sprachlich intensiven und einfühlsamen Texten, der Schilderung der Dinge in "Hanemann", die sich am Ende des Krieges im deutschen Danzig auf den Untergang im Feuer oder das Überleben in der Not vorbereiteten, oder die Dialoge mit der Großmutter in "Lala", im Kontrast dazu, die etwas gequält wirkende Moderation von Peter Oliver Loew und die Fragen von Renate Schmidgall an die Autoren, die scheinbar mehr in Autoren und Romane hineininterpretieren wollten, als die beiden Romanciere bereit waren zuzugeben. Grund genug aber, "Tod in Danzig" und "Lala" zu lesen und sich selnst ein Bild zu machen. Am Ende reichten die Bücher nicht aus, die die Zuhörer sich von den Autoren wollten signieren lassen - ein gutes Zeichen solte man meinen ...
Zum Schluß Blumen und Dankesworte an die Organisatoren dieser esrten Usedomer Literaturtage, die unzweifelhaft nach einer Fortsezung verlangen.