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Das hätten sich die Veranstalter wohl nicht träumen lassen. Am 5. Februar 2009 um 20.00 Uhr begann im Lesesaal der Zinnowitzer Kurverwaltung die Vortragsreihe zum 700-jährigen Jubiläum von Zinnowitz. Rund 80 Interessierte waren gekommen, so dass der Lesesaal bis zum letzten Platz gefüllt war und noch Stühle heran geschafft werden mussten. Die Vortragsreihe, initiiert von der Historischen Gesellschaft zu Seebad Zinnowitz e.V. und unterstütz von der Kurverwaltung Zinnowitz und der Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. wird weiter fortgesetzt und dürfte einer der Höhepunkte unter den Veranstaltungen im 700. Geburtstagsjahr von Zinnowitz sein. Der Vortragende Arthur Behn, Kreisbodendenkmalpfleger hatte dann auch viele |
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interessante Einzelheiten zur Ur- und Frühgeschichte des Usedomer Nordens mitgebracht. Nach einer kurzen Einführung zur geologischen Geschichte der Insel Usedom, einer sehr jungen Geschichte übrigens, wurden erste Funde präsentiert. Der in Zinnowitz gefundene Mammutzahn dürfte bei manchem Besucher die Frage aufgeworfen haben, ob unsere Vorfahren auf der Insel auch mit diesen riesigen Tieren haben kämpfen müssen. Es folgten Werkzeuge aus der Mittel- und Jungsteinzeit aus der Nähe von Bannemin, die sich in dem schon 1911 gegründeten Kreisheimatmuseum des damaligen Landkreises Usedom-Wollin in Swinemünde befunden haben und zusammen mit dem gesamten Museumsinhalt seit den Kriegswirren verschollen sind.
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Über ein germanisches Gräberfeld und das Fehlen von Siedlungsnachweisen zwischen dem 4.-8-Jahrhundert nach Christi wurde weiter durch Herrn Behn berichtet. Ab dem 8. Jahrhundert siedelten slawische Stämme, die Feldberger Keramik zeugt davon auch auf der Insel Usedom. 1128 kommt mit Bamberg die Christianisierung an die Odermündung, es kommt zu den ersten Klostergründungen und mit den ersten Urkunden und Schriftstücken beginnt die historische Zeit. So ist auch die Ersterwähnung von Zinnowitz in einem Schriftstück des Klosters Krummin ein Zeugnis dieser Zeit. Über einen sehr interessanten und wertvollen Fund las Herr Behn dann noch aus einem originalen Bericht aus dem Jahr 1905 vor. Frau Lüder hatte nämlich am 21. April 1905 in der Peenemünder Forst beim Pflanzen von Kiefern Teile des Peenemünder Goldschatzes entdeckt. Nachfolgende Grabungen brachten noch mehr zu Tage. Durch die schlimme Sturmflut vom 31. Dezember 1904, bei der auch die Forst überflutet wurde, ist er wohl teilweise freigespült worden. Der Schatz liegt heute in einem Tresor in Stralsund, Kopien des Wolgaster Restaurators Hofmann sind in den Museen Peenemünde, Wolgast und Stralsund zu sehen. Der Bodendenkmalpfleger des Kreises endete mit dem Hinweis auf zwei Bodendenkmäler aus jüngerer Zeit, die Peenemünder Schanze, von der aus die Schifffahrt zur Oder kontrolliert wurde und die Denkmallandschaft der Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Nach dem Vortrag nutzten noch viele der Besucher die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit dem Referenten, der als kleines Dankeschön für den gelungenen Abend von der Vorsitzenden der Historischen Gesellschaft Zinnowitz Frau Spohler ein antiquarisches Usedombuch überreicht bekam.
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Weitere Veranstaltungen der Vortragsreihe zur
700 Jahrfeier Zinnowitz
Do. 05.03. 2009,
Die Beziehungen zwischen Kloster Krummin und Zinnowitz im Mittelalter: Ersterwähnung, Marienkapelle, Reformation
Frau Dr. Karla Bilang, Kunsthistorikerin,
19.03.2009,
30jähriger Krieg, Phillipp Julius , Wallenstein, Christian IV., Gustav II. Adolf ,
Herr Ivo Asmus M.A., Archivar, Mitglied der Gesellschaft für Pommersche Geschichte Altertumskunde und Kunst
Do. 07.05.2009,
Schiffssperre aus dem Jahre 1715 und deren archäologische Untersuchung, Nordischer Krieg
Herr Dr. Joachim Krüger, Mitglied der Gesellschaft für Pommersche Geschichte Altertumskunde und Kunst
Do.17.09.2009,
1. und 2. Weltkrieg, Kriegsende 1945 auf Usedom
Herr Fritz Spalink,
Historische Gesellschaft Heringsdorf, Mitglied der Gesellschaft für Pommersche Geschichte Altertumskunde und Kunst
Do. 15.10.2009,
Mit Ferienscheck nach Usedom (Urlaub auf Usedom 1945.1989)
Herr Dietrich Gildenhaar, Mitglied der Gesellschaft für Pommersche Geschichte Altertumskunde und Kunst
jeweils 20.00 Uhr im Lesesaal der Bibliothek Zinnowitz.
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