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Mit der Entwicklung des
Badewesens entstanden auch die ersten Hotels
unmittelbar am Strand. Am Ende des 19. Jahrhunderts,
noch hatte Zinnowitz keinen
Seesteg,
wurde das Strandhotel errichtet. Später baute man
rechts und links davon 2 neue Gebäude, das Kurhaus
Strandhotel, danach Preußenhof genannt. Nach Erwerb
des Grundstückes und dem Abriss des mittleren Gebäude
entstand der Komplex schließlich in den heutigen
Formen. Zu Zeiten des Feriendienstes in der DDR in
Heim "Glück Auf" umbenannt, wurde das Hotel renoviert
und die Fassade entscheidend verändert. Nach der Wende
wurde das Haus wieder eines der beliebtesten Hotels in
Zinnowitz. Nach der Jahrtausendwende schloss man durch
einen modernen Bau die Lücke zum ehemaligen "Schwabes
Hotel", heute Palace Hotel. |
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Im
Bereich des heutigen „Preussenhof“s wurde etwa 1860
ein Haus für warme Bäder errichtet. Besitzer war
Herr Wolf, dieses Badehaus war notwendig, damit
Zinnowitz den Seebadstatus erlangen konnte. Es war
eine Art Kurmittelhaus, in dem Reinigungsbäder und
andere Dienstleistungen angeboten wurden. 1880 wurde
dann die Restauration „Strandhalle“ an der Stelle
errichtet, wo auch heute der „Preussenhof“ steht.
Sie wurde 1886 um das doppelte vergrößert, und war
jetzt auch in der Lage Gäste in Logis zu nehmen.
Auf der ältesten bekannten Ansichtskarte wurde es
„Strandhotel“ genannt. |
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Hugo Reinicke schrieb 1887
in seinem Buch über das Ostseebad Zinnowitz zu
diesem Hotel: „Denjenigen, die im Angesicht des
Meeres zu wohnen lieben, sind diese Wohnungen
besonders zu empfehlen.“. Den Mittagstisch genannt
„Table d’ hote“, gab es täglich um 1 Uhr und das
kostete damals 1,75 Mark pro Person. Pension war von
4,50 – 6 Mark zu haben, einzelne Zimmer von 1,50 bis
3 Mark. Die Anreise erfolgte ab 1886 aus Richtung
Berlin meistens mit der Bahn bis nach Carnin,
Station der Ducherow- Swinemünder Eisenbahn und von
dort aus mit dem Dampfer nach Zinnowitz. Der
Courierzug nach Swinemünde fuhr 8 Uhr 15 von Berlin
ab, der Dampfer fuhr dann um 14 Uhr von Carnin in
Richtung Zinnowitz weiter. Das einfache Billet von
Berlin nach Zinnowitz kostete 16,10 Mark. Das
Dampfschiff gehörte zur Reederei Bräunlich Stettin.
Es legte in der „Störlanger Bucht“ an der
Landungsbrücke des Meiereibesitzers Schulz an. Von
dort wurden die Reisenden mit Pferdekutschen in die
Hotels gebracht. Eine andere Möglichkeit war die
Bahnfahrt bis Wolgast. Dort stieg man in eine
Kutsche, um dann mit der Fähre überzusetzen. Die
Kutsche kostete von Wolgast nach Zinnowitz,
inklusive Fährgeld, 8 Mark. |
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In der Anzeige des
Prospektes der Kurverwaltung von 1907 wird
folgendermaßen für das Hotel geworben: „Kurhaus
Strandhotel, Haus ersten Ranges, vollständig neu
möbliert und durchweg mit modernen Reformbetten
ausgestattet, geschützte Veranden. Großer Saal für
Reunions und Concerte. Eigene elektrische
Lichtanlage und Wasserleitung, vorzügliche Küche,
auserlesene Weine und Biere. Inhaber Gustav Müller,
früher Besitzer des Münchener Bürgerbräu, Stettin.“.
Nun gab es auch zwischen Swinemünde und den
Ostseebädern auf der Seeseite täglich
Dampferverbindungen. Die Reise über das Achterwasser
von Carnin aus wurde aber bevorzugt, da das lästige
Ausbooten entfiel, welches an den Seebrücken zu
dieser Zeit noch notwendig war. Erst im Juli 1909
wurde die Seebrücke von Zinnowitz, zu der Zeit
erstmals „Vinetabrücke“ genannt, auf etwa 400 Meter
verlängert, so dass die Bäderdampfer hier nun direkt
anlegen konnten.
Die
Anzeige im Prospekt der Kurverwaltung von 1910
beschreibt das Hotel so: „Kurhaus Strandhotel, Haus
ersten Ranges, im Jahre 1910 durch großen Neubau
erweitert,... . Besitzer E. Klaar, langjähriger
Direktor des Hotel Preussenhof zu Stettin.“. Im
Jahre 1911 wirbt das Kurhaus Strandhotel mit seiner
besten Lage am Strande, gegenüber der
Dampfer-Landungsbrücke und mit herrlicher Aussicht
auf die See und den Wald. Es hat 75 Zimmer mit 130
Betten, geschützte Veranden und komfortable
Geschäftsräume. Der Besitzer ist weiterhin E. Klaar,
langjähriger Direktor des Hotel Preussenhof zu
Stettin. |
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Durch die 1911
fertiggestellte Bahnlinie von Heringsdorf nach
Wolgaster Fähre ist Zinnowitz, nun auch per Bahn, in
5 Stunden bequem zu erreichen. Außerdem fuhren
täglich die Salonschnelldampfer der Stettiner
Dampfschiffsgesellschaft Bräunlich ab 11 Uhr von
Stettin und kamen in Zinnowitz um 4 Uhr nachmittags
an. Zu den interessantesten Gästen im Hotel
Preussenhof gehörte im Jahre 1925 der Kronprinz
Wilhelm von Preussen, der sogar ein Bad im
Zinnowitzer Familienbad nahm. Für den Prinzen war
seit dieser Zeit immer die Suite Nr. 208 in der 2.
Etage des Turmes reserviert. Ab 1925 nannte sich das
Hotel „Kurhaus Preussenhof“, denn das Hotel gehörte
nun der „Preussenhof“ Stettiner Hotelgesellschaft
m.b.H. Das Kaffee Preussenhof warb 1925 mit einem
Neubau der Konditorei, Nachmittagstee und
täglichen Konzerten. In diesem Jahr wurden die neue
Hotelhalle mit Terrasse, der Personenaufzug und die
neuerbauten Autogaragen erwähnt. Im Hotel
Preussenhof und in Schwabes Hotel fanden abwechselnd
„zwanglose“ Tanzabende und Tanzturniere statt. Auch
nach Tennisturnieren auf dem örtlichen Tennisplatz
fanden die anschließenden Bälle im Kurhaus
Preussenhof statt. Man bezahlte durchschnittlich 11
Goldmark pro Übernachtung und 15 Goldmark für
Verpflegung. Im Veranstaltungsplan der
Badeverwaltung von 1927 ist von einem großen
Kinderfest mit Kinderball im Preussenhof und
Schwabes Hotel zu lesen. Ebenso gab es auch
Damenwahltanzabende. „Bäder im Hause“ waren erstmals
in der Anzeige des Hotels von 1931 verzeichnet. |
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Zur
Abschirmung der Heeresversuchsanstalt Peenemünde
wurde 1938 eine Sperrzone errichtet, in der auch
Zinnowitz lag. Bereits im Rahmen der
Kriegsvorbereitungen wurde der Kur- und Badebetrieb
eingeschränkt. Die Einrichtungen wurden verstärkt
zur Kinderlandverschickung und zur Rekonvaleszenz
verwundeter Soldaten genutzt , aber auch zur
Unterbringung von Mitarbeitern der
Heeresversuchsanstalt. Dieses traf besonders für die
großen Hotels an der Promenade, wie den Preussenhof
und Schwabes Hotel zu.
Im
Jahr 1947 erwarb der Zentralvorstand der IG Bergbau
Sachsen-Anhalt (Kalibergbau) das ehemalige Kurhaus
in Zinnowitz als Erholungsstätte für die Arbeiter,
Techniker und Angestellten der Bergbauwirtschaft.
Nach einer gründlichen Renovierung wurde es als
Bergarbeitererholungsheim „Glück Auf“ mit 143 Betten
übergeben. Aus der Prinzen-Suite wurde ein 3-Bett-
und ein 5-Bett-Zimmer. Die Eröffnungsreden hielten
Paul Lehne, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und
Hans Kies, der damalige Bürgermeister von Zinnowitz.
Bei der organisierter Anreise standen den Urlaubern
Koffertransporte ab Wolgast Hafen zur Verfügung. Das
Gepäck wurde mit Lastkraftwagen zum Bahnhof
Wolgaster Fähre oder direkt nach Zinnowitz gebracht.
Wer außer der Reihe kam, durfte seine Koffer allein
über die Brücke tragen oder musste ein Taxi nehmen.
1953 übernahm die IG Wismut das Haus. Etwa 550 Gäste
des Hauses und der umliegenden Hotels wurden hier
verpflegt und kulturell betreut. Im Saal des Heimes
fanden viele Veranstaltungen für die Urlauber statt.
Dazu zählten Konzerte, Tanzturniere, Modenschauen,
bunte Abende und Vorträge. Im Winter 1961/62 waren
zum ersten Mal Winterurlauber im Heim „Glück Auf“.
1972/73 erfolgte eine umfassende Rekonstruktion des
Hotels. Auch das gesamte Mobiliar wurde erneuert.
Zimmer für das Personal befanden sich über dem
Tanzsaal. Die Balkons waren marode und wurden
entfernt. Die Türme wurden mit Pappe gedeckt und
verloren ihre ursprüngliche Form. Neue Fenster
wurden eingesetzt und der Säuleneingang zugemauert.
Mehr war mit den vorhandenen Mitteln nicht möglich.
Bis
zur Währungsunion 1990 kamen die Urlauber von der
Industriegewerkschaft Wismut mit Sonderzügen der
Bahn meistens über Wolgast angereist. Die
Wismut-Angestellten erhielten alle zum 31.12.1990
ihre Kündigungen. Die Treuhand übernahm die
Immobilien der Wismut. Seit dem 1.5.1991 war das
Bildungszentrum Nord-Ost Pächter der Immobilie. Die
Lehrlinge des Bildungszentrums Nord-Ost haben im
„Glück auf“ gewohnt, die Küche wurde erneuert und
für Ausbildungszwecke genutzt. In den
Gaststättenräumen wurden verschiedenen
Sonderverkäufe durchgeführt, z.B. durch die Firma
Mandel und Leisbrink, die Textilien verkaufte.
Im Jahre 1994 erwarb die
Zinnotel -Preussenhof KG das Haus von der Treuhand.
1997 begannen die Bauarbeiten zur Neugestaltung des
Hotels durch die Zinnotel –Preussenhof KG. Eine
aufwendige Restaurierung des gesamten Hauses wurde
vorgenommen und alle Zimmer und Einrichtungen mit
modernem Komfort ausgestattet. Es bekam wieder den
Namen „Preussenhof“. Am 15. Juli 1998 war die
Neueröffnung des Hotels. Im Cafe wurde ein
Bademuseum eingerichtet. Auch ein Heimatmuseum fand
im Hause seinen Platz. Die meisten Gäste kommen nun
mit dem eigenen Auto. Dem wurde Rechnung getragen
mit dem Bau des Parkdecks und den Tiefgaragen im
Jahr 1999.
Im Jahre 2000 wurden
Eigentumswohnungen mit dem Namen „Luise von Preussen“
durch die „Schöner Inseln! Hotels und
Ferien-Wohnungen GmbH“ auf der Fläche der ehemaligen
Buchhandlung an der Ecke Dünenstraße erbaut. Im Jahr
darauf, 2001, wurde das Strandpalais „Prinz von
Preussen“ an der Promenade zwischen Preussenhof und
Palace-Hotel errichtet. Zum Hotel gehört nun auch
eine 800m² große Wellnesslandschaft und das Haus „Quisisana“.
Das Hotel „Preussenhof „ wurde im Jahre 2002 vom
Bertelsmann-Team als ein hervorragendes Hotel in
Deutschland mit vier Sternen ausgezeichnet. Im April
2004 begannen die Umbauarbeiten innerhalb des
Hauses. Die Rezeption bekam andere Räume und das
Heimatmuseum musste ausgeräumt werden. Am 31.10.2004
konnte das Heimatmuseum in den neuen Räumen wieder
eröffnet werden. Im Interesse der Gäste des Hauses
hat die Hotelleitung es immer wieder verstanden,
modernen Komfort mit der Tradition von nunmehr fast
150 Jahren zu vereinen. |
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Das Besucherbuch des
Hotels weist zahlreiche interessante Eintragungen
der letzen Jahre auf. Viele bekannte
Persönlichkeiten besuchen gerne dieses Haus. Dieses
ist nur eine Auswahl: Der Urenkel von Kaiser Wilhelm
II., Dr. Friedrich Wilhelm, Prinz von Preussen,
besuchte im Juli 2003 das Hotel und stellte hier
sein Buch „Gott helfe unserm Vaterland“ vor. Auch
bekannte Schauspieler wie: Nadja Tiller und Walter
Giller, Friedrich von Thun, Dieter Pfaff, Margot
Ebert und Didi Hallavorden besuchten das Hotel.
Boxtrainer Ulli Wegner speiste im Museumscafe. Die
Sänger und Sängerinnen: Dunja Rajter, Wolfgang
Ziegler, Hartmut Schulze-Gerlach (Muck), Thomas Lück,
Andreas Holm, Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler,
Horst Köbbert, die Gebrüder Blattschuß, Roland
Neudert und Petra Kusch-Lück gaben hier schon
Gastspiele. Die Pianisten Vassily Primakow und Ewa
Kupiec gaben im Preussenhof Konzerte.
Schriftsteller Ruth Kraft. Walter Kempowski und
Erich Loest lasen aus ihren Werken. Der Politiker
Dr. Friedrich Schorlemmer sprach auf einem
Friedens-Lunch. Der Fotograf Jupp Darchinger war mit
seiner Ausstellung „Die Bonner Republik“ im Jahre
2002 zu Gast im Hause. Auch Ministerpräsident Harald
Ringsdorf war aus diesem Anlass im Hotel Preussenhof.
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Abbildungen
bzw. Fotos aus Sammlungen von Sylvia Klöpfer, Ute
Spohler und Matthias Gründling (Historische
Gesellschaft Zinnowitz). |
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