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Kulturhaus Zinnowitz – kein Problem, sondern eine
Herausforderung …
Das
war der Tenor eines Wochenendseminars von Studenten
und Lehrkräften der Brandenburgischen Technischen
Universität Cottbus, das vom 11. – 13. Mai 2007 im
Ostseebad Zinnowitz stattfand. Studenten und
Wissenschaftler hatten für ihr Projekt ein
Kulturhaus gesucht, das durch seinen
kulturhistorischen Wert einzigartig ist und somit
ein Stück DDR-Geschichte repräsentiert. Mit der
Ruine des Zinnowitzer Kulturhauses hatten sie nicht
nur ihr Objekt gefunden, sie fanden mit der Gemeinde
Zinnowitz und den Mitgliedern der Historischen
Gesellschaft Zinnowitz auch bereitwillige Partner,
die mit Informationen und reichlich Material zur
Seite standen.
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So besichtigten und fotografierten die Mitglieder der
Studiengruppe nicht nur das Gebäude, sie sichteten auch 16
Kartons mit Unterlagen aus dem Gemeindearchiv und
sortierten, kopierten und ordneten Fotos und Dokumente der
Historischen Gesellschaft Zinnowitz. Erste Gedanken für eine
spätere mach- und finanzierbare Rekonstruktion sowie Nutzung
wurden am 13. Mai 2007 auf der Treppe des Kulturhauses den
Gemeindevertreter und Historikern präsentiert. Die Studenten
hatten sich in kleinen Gruppen thematisch dem Vorhaben
genähert und stellten die ersten Ergebnisse den
Hochschullehrer und Zinnowitzern zur Diskussion vor. Die
Bauforschungsgruppe hatte eine erste Sichtung der 16 Kartons
vorgenommen und so manches interessantes Detail wie
Zeichnungen, Projektskizzen, Ausgestaltungsvorschläge und
bautechnische Unterlagen zu Tage gefördert. Nun wird das
nächste halbe Jahr dazu dienen die Unterlagen akribisch
auszuwerten. Eine andere Studentengruppe hatte das
Kulturhaus unter städteplanerischer Sicht unter die Lupe
genommen. Sie sehen das Haus zukünftig im Mittelpunkt einer
Kulturboottour entlang der Insel Usedom, wollen es für
Einwohner und Touristen gleichermaßen zu einem erneuten
Anziehungspunkt mit Museum, Lesesaal, Bibliothek und
Erlebnisbereichen für die Jugend gestalten. Nicht nur einmal
wurde betont, dass insbesondere für die Jugend mehr getan
werden muss. Jugendliche Touristen letztlich werden die
späteren Gäste der Ferienwohnungen und Hotels, die
potentiellen Kunden von morgen sein. |
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Besonderes Interesse fand die Präsentation von Peggy
Schulz, Malte Glienke und Alexander Haustein, die
eine schrittweise Öffnung und Sanierung der Ruine
vorschlugen. Das Gebäude müsse nach 17 Jahren
Verfall durch eine teilweise Öffnung erst einmal
wider in das Bewusstsein von Einwohnern und Gästen
gelangen, die Freitreppe könnte zunächst als
Open-Air-Bühne genutzt werden und dann innere
Gebäudeteile schrittweise rekonstruiert und der
Nutzung übergeben werden. Bei einem derartigen
Projekt könnte durchaus die Gemeinde Träger des
Vorhabens sein und man müsste nicht irgendeinen
schwer kontrollierbaren Großinvestor gewinnen, der
im schlimmsten Falle gar nicht erst anfange. Dieses
prozessuale Herangehen lobte dann auch Frau Prof.
Inken Baller vom Lehrstuhl „Entwerfen und Bauen im
Bestand“ der TU Cottbus sehr. Auch die anwesenden
Zinnowitzer nahmen die Idee interessiert auf. Bei
den vorgestellten inhaltlichen Nutzungskonzepten war
dann der Bogen der einzelnen Gruppen sehr weit und
reichte vom Aquapark, und altersgerechtem Wohnen,
einem Kindergarten, Actionbereichen für die Jugend
mit Kletterwand und Sportmöglichkeiten über Theater
und Planetarium bis hin zum Dachgartenkaffee,
Botanischen Garten, musealen Bereichen,
Eventgastronomie und und und …. In der Diskussion
kam immer wieder heraus, dass nun die eigentliche
Arbeit folge. Die Ideen benötigen Substanz, die
Machbarkeit und die dauerhafte Finanzierbarkeit
werden dabei genauso wichtig sein, wie die
bestechende Idee zur Nutzung. Frau Dr. Anke Kuhrmann
vom Lehrstuhl Denkmalpflege ermutigte nochmals alle
Zinnowitzer, die Herausforderung anzunehmen und den
Gedanken der Öffnung des Gebäudes zu vertiefen. Ein
erster Schritt könnte dabei sein, dass die
Freiwillige Feuerwehr den Baumbewuchs auf der
Freutreppe beseitigt und z.B. eine Klasse der Freien
Schule Zinnowitz über ein Projekt im Rahmen von
„Denkmal aktiv“ das Vestibül für die Öffentlichkeit
zugänglich macht. Hier könnte man auf einigen Tafeln
auf das geschichtsträchtige Gebäude aufmerksam
machen oder kleiner Ausstellungen organisieren. So
könnte die Präsentation der Ergebnisse der Arbeit
der Studenten und ihrer Hochschullehrer in einem
halben Jahr genau dort stattfinden. Bis dahin sind
nicht nur die Studenten gefordert, sondern auch die
Gemeindevertreter von Zinnowitz und die Bürger des
Ortes, um nach 17 Jahren Verfall endlich eine
Änderung herbeizuführen. |
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